Ein Elektriker in Graz kennt seinen nächsten Auftrag oft schon, bevor die aktuelle Baustelle fertig ist, weil ihn ein Maler oder ein Installateur weiterempfiehlt. In Österreich läuft ein großer Teil der Kundengewinnung für Handwerksbetriebe am Bau über genau dieses Netzwerk zwischen den Gewerken, mehr als über klassische Werbung.
Warum Empfehlungen in Österreich so viel Gewicht haben
Herold und Google-Unternehmensprofil bleiben die erste Anlaufstelle für alle, die einen Betrieb überhaupt erst finden, aber der eigentliche Auftrag entsteht in Österreich oft über eine persönliche Empfehlung aus dem eigenen Netzwerk. Eine WKO Firmen A-Z Eintragung wirkt dabei wie ein zusätzliches Gütesiegel, weil Hausverwaltungen und Eigentümergemeinschaften der Wirtschaftskammer traditionell vertrauen. Betriebe außerhalb Wiens, etwa in Tirol oder der Steiermark, verlassen sich zusätzlich stärker auf ein regionales Netzwerk aus ergänzenden Gewerken, weil überregionale Verzeichnisse dort seltener den Ausschlag geben.
Vom Kostenvoranschlag zur Baustelle
Privatpersonen mit einer Renovierung, meist im eigenen Zuhause, bilden das laufende Grundgeschäft der meisten Betriebe. Hausverwaltungen und Eigentümergemeinschaften bringen dazu wiederkehrende Aufträge über mehrere Häuser, während andere Handwerksbetriebe und Generalunternehmer bei größeren Baustellen gezielt Subunternehmer suchen. Wer nur auf Kostenvoranschläge wartet, statt aktiv Kontakt zu Hausverwaltungen zu suchen, verschenkt genau diese wiederkehrenden Aufträge, die einen Auftragskalender über das Jahr ausgleichen. Auch die Suche nach zuverlässigen Fachkräften bleibt eine ständige Aufgabe, da viele kleinere Betriebe für größere Projekte auf Subunternehmer angewiesen sind, die selbst einen vollen Kalender haben.
Verzeichnisse für Handwerksbetriebe in Österreich
| Verzeichnis | Nutzen für einen Handwerksbetrieb |
|---|---|
| Herold | Meistgenutztes Verzeichnis für die lokale Suche nach Handwerksbetrieben. |
| WKO Firmen A-Z | Offizielles Verzeichnis der Wirtschaftskammer, wichtig für das Vertrauen von Hausverwaltungen. |
| Google-Unternehmensprofil | Zeigt Baustellenfotos und Bewertungen direkt in der lokalen Suche. |
| FirmenABC | Breite Firmendatenbank, auch außerhalb der großen Städte relevant. |
| wer liefert was (wlw.at) | Nützlich für Aufträge von Generalunternehmern und größeren Baufirmen. |
Viele österreichische Handwerksbetriebe verlassen sich stark auf ein festes Grüppchen ergänzender Gewerke, mit denen sie über Jahre zusammenarbeiten: der Installateur ruft den Elektriker, der Maler den Bodenleger. Wer sich in ein solches Netzwerk einbringt, statt nur Einzelaufträge anzunehmen, bekommt Baustellen oft schon vermittelt, bevor eine Ausschreibung überhaupt öffentlich wird.
Was ein Auftrag kostet und wie lange die Entscheidung dauert
Für eine regelmäßige Vorgehensweise mit Werkzeugen und gelegentlicher lokaler Werbung sollten Sie einige hundert Euro im Monat einplanen. Eine kleine Reparatur wird meist binnen Tagen entschieden, während ein Renovierungsprojekt sich über mehrere Wochen zieht, in denen Eigentümer üblicherweise mehrere Kostenvoranschläge vergleichen.
Eine Referenz aufbauen, die über die eigene Baustelle hinausreicht
Legen Sie zuerst eine einheitliche Referenz aus Name, Adresse und Telefonnummer fest, die Sie in Herold, auf der WKO-Seite und auf Google identisch verwenden. Wählen Sie die Verzeichnisse, die in Ihrem Bundesland und Ihrem Gewerk tatsächlich konsultiert werden, statt sich auf allen gleichzeitig einzutragen. Sprechen Sie Hausverwaltungen in Ihrer Region direkt an, statt nur auf eine Ausschreibung zu warten, denn ein kurzer Kontakt nach einer erfolgreichen Baustelle öffnet oft die Tür zum nächsten Objekt. Fotografieren Sie jede Baustelle vor und nach der Arbeit, damit ein neuer Auftraggeber sofort sieht, was ihn erwartet. Bitten Sie zufriedene Kunden und ergänzende Gewerke aktiv um eine Weiterempfehlung, denn in Österreichs eher kompakten Regionen kennt man sich schnell. Prüfen Sie regelmäßig, welche Quelle tatsächlich rentable Baustellen bringt, statt Zeit in Kanäle zu stecken, die nur Kostenvoranschläge ohne Auftrag erzeugen.
Rechtliche Vorgaben, häufige Fehler und was Kaptor übernimmt
Für Werbe-E-Mails an Hausverwaltungen oder Generalunternehmer gilt in Österreich ein Opt-in-Grundsatz: Eine vorherige Zustimmung ist die Regel. Kennzeichnen Sie sich klar als Absender, bieten Sie eine einfache Abmeldung an und beschränken Sie sich auf Kontakte mit einem klaren beruflichen Bezug zu Ihrem Gewerk. Ein häufiger Fehler ist eine veraltete Adresse nach einem Umzug, die auf einem Verzeichnis stehen bleibt, während sie auf einem anderen längst korrigiert wurde. Ebenso häufig geben Betriebe eine Spur zu einer Hausverwaltung zu früh auf, obwohl gerade der zweite Kontakt oft zum Termin führt. Manche Betriebe lassen zudem ein verwaistes, altes Profil einfach stehen und legen daneben ein neues an, was bei Eigentümern für Verwirrung sorgt. Kaptor hält Ihre Einträge über die relevanten österreichischen Verzeichnisse synchron und verfolgt jede Anfrage von Hausverwaltungen oder Privatkunden zuverlässig nach. Mehr zur Kundengewinnung für Handwerksbetriebe im Hub für Handwerksbetriebe am Bau, zum Nachbarmarkt unter Handwerksbetriebe in der Schweiz.