Ein Gast in München sucht abends spontan über sein Handy nach „Restaurant Schwabing italienisch“ und landet über Google Maps direkt auf einem Eintrag, den der Wirt selbst nie angelegt hat: ein alter Auszug aus dem Örtlichen, mit falscher Telefonnummer und ohne aktuellen Mittagstisch. Der Tisch bleibt an diesem Abend leer, nicht weil das Essen schlecht wäre, sondern weil ausgerechnet das Verzeichnis, über das dieser Gast tatsächlich sucht, seit Jahren niemand mehr gepflegt hat. Genau diese Lücke zwischen dem, was in der Küche tatsächlich passiert, und dem, was online sichtbar ist, entscheidet in deutschen Städten immer häufiger über volle oder leere Tische.
Die Verzeichnisse, die für ein Restaurant in Deutschland zählen
| Verzeichnis | Link | Notiz | Für wen geeignet |
|---|---|---|---|
| Google-Unternehmensprofil | google.com/business | Sichtbarkeit auf Google Maps und in der lokalen Suche, mit Bewertungen. | Praktisch jeden Gast, der spontan oder gezielt sucht. |
| Das Örtliche | dasoertliche.de | Eines der meistgenutzten deutschen Branchenverzeichnisse für die lokale Suche. | Ältere Stammgäste, die noch klassisch nach Adresse und Telefon suchen. |
| Gelbe Seiten | gelbeseiten.de | Traditionsreiches Branchenverzeichnis für ganz Deutschland. | Gäste, die außerhalb ihrer eigenen Stadt ein Lokal suchen. |
| 11880.com | 11880.com | Telefon- und Firmenverzeichnis, seit über zwanzig Jahren am Markt. | Reservierungen per Anruf statt online. |
| wer liefert was (wlw.de) | wlw.de | B2B-Plattform, auf der Einkäufer gezielt nach Lieferanten und Caterern suchen. | Firmen, die einen Caterer für ihre Weihnachtsfeier suchen. |
Für ein Restaurant zahlt sich vor allem das Google-Profil aus, weil der Weg vom Hungergefühl bis zur Reservierung dort am kürzesten ist. Das Örtliche und Gelbe Seiten erreichen eher die Kundschaft, die telefonisch reserviert oder erst noch überlegt, während wlw.de nur für den Nebenzweig Firmenverpflegung und Catering interessant wird.
In einer Großstadt wie Berlin oder Frankfurt lohnt sich zusätzlich eine gewisse Reihenfolge beim Aufbau: Legen Sie zuerst das Google-Profil vollständig an, ergänzen Sie danach Das Örtliche für die klassische Suche und tragen Sie wlw.de erst ein, sobald Sie tatsächlich regelmäßig Firmenkunden für Mittagstisch oder Catering gewinnen wollen. Ein Restaurant in einer kleineren Stadt wie Freiburg profitiert dagegen oft schneller von Gelbe Seiten, weil dort weniger Konkurrenz um dieselben Suchbegriffe herrscht.
Ein Profil, das tatsächlich zum Reservieren bewegt
Eine vollständige Speisekarte mit Preisen, echte Fotos der Gerichte statt Stockbilder und die korrekte Küchenkategorie entscheiden oft, ob jemand weiterklickt oder das nächste Ergebnis öffnet. Tragen Sie den Mittagstisch als eigenen Programmpunkt ein, wenn Sie Büros in der Nähe bedienen wollen, und ergänzen Sie Sonderöffnungszeiten für Feiertage, damit niemand vor verschlossener Tür steht. Ein Restaurant in Köln, das barrierefreien Zugang oder einen Hund-erlaubt-Hinweis ergänzt, gewinnt zusätzlich Gäste, die genau danach filtern. Auch eine klare Angabe zu Allergenen und vegetarischen oder veganen Gerichten lohnt sich, weil viele Gäste in Deutschland ihre Restaurantwahl inzwischen genau danach ausrichten, noch bevor sie die eigentliche Speisekarte im Detail lesen.
Überall dieselbe Adresse, derselbe Name
Wenn ein Lokal in Stuttgart umzieht und nur das Google-Profil aktualisiert wird, führt Das Örtliche neue Gäste noch monatelang zur alten Adresse. Ebenso ärgerlich sind zwei parallele Google-Einträge für dasselbe Haus, weil ein früherer Pächter sein eigenes Profil nie gelöscht hat: Die Bewertungen verteilen sich auf beide Seiten, und das Restaurant wirkt schlechter bewertet, als es tatsächlich ist. Prüfen Sie Name, Adresse und Telefonnummer regelmäßig auf allen Plattformen gegen dieselbe Quelle, am besten Ihr Impressum. Legen Sie sich dafür eine einzige interne Referenzliste an, die jede Person im Team einsehen kann, statt die Angaben aus dem Gedächtnis oder von einer alten Visitenkarte zu übernehmen, sobald ein neues Profil angelegt werden muss.
Fehler, die Reservierungen kosten
Der häufigste Fehler ist ein verwaistes Profil auf Das Örtliche oder 11880.com, das ein Vorgänger einmal angelegt hat und das niemand beansprucht, während der aktuelle Betreiber ein zweites, konkurrierendes Profil eröffnet. Genauso teuer: Öffnungszeiten, die nach der letzten Umstellung nie angepasst wurden, sodass Gäste am Sonntag vor der Tür stehen, obwohl online „geöffnet“ steht. Manche Restaurants tragen sich nur bei Google ein und ignorieren die übrigen Verzeichnisse komplett, obwohl gerade ältere Gäste in vielen deutschen Regionen noch über Das Örtliche suchen. Ein weiterer, oft übersehener Fehler: Preise auf der Speisekarte im Verzeichnis werden nach einer Erhöhung nicht angepasst, sodass Gäste sich am Tisch über eine vermeintliche Preissteigerung wundern, die eigentlich schon länger gilt.
Budget für die laufende Pflege
Rechnen Sie mit einigen hundert Euro im Monat für eine regelmäßige Pflege: die Zeit, um Profile zu vervollständigen, gelegentlich einen kostenpflichtigen Eintrag und die Kontrolle der Angaben nach jeder Änderung. Ein Großteil dieses Budgets fließt weniger in die Verzeichnisse selbst als in die Zeit, die es braucht, um nach jeder Speisekartenänderung oder jedem Umzug wirklich überall nachzuziehen, statt es bei einer einzigen Plattform zu belassen.
Was Kaptor für Ihr Restaurant übernimmt
Kaptor übernimmt die Eintragung Ihres Restaurants in die für Deutschland passenden Verzeichnisse, gleicht Name, Adresse und Öffnungszeiten überall ab und meldet sich, sobald ein Eintrag veraltet oder ein Duplikat aufgetaucht ist. So müssen Sie nicht selbst jedes Verzeichnis einzeln durchgehen, wenn sich in der Küche oder an der Adresse etwas ändert. Mehr zu diesem Thema finden Sie im Hub für Branchenverzeichnisse für Restaurants, und wie sich die Auswahl in Österreich unterscheidet, lesen Sie im Nachbarmarkt.